«THEATER IST WIE EINE TONLEITER»
Das Gespräch führte  Margrit Sengebusch (Dramaturgin Stadttheater Solothurn)




Bad Vilbeler Burgfestspiele - Von der Burg zum Tatort
Frankfurter Neue Presse / Bad Vilbeler Neue Presse
29.06.2015

Der derzeit zum Ensemble der Bad Vilbeler Burgfestspiele zählende Schauspieler Andreas Krämer ist am Sonntag (5. Juli) im ARD-Fernsehen im Tatort-Krimi als Drogenfahnder Hofstetter zu erleben! Krämer, in Basel geboren und seit 2005 in Bremen lebender Schauspieler und Theatermusiker, ist in der Vilbeler Burg allein in der Inszenierung „Die Päpstin “ in fünf Rollen zu sehen: Er spielt den fortschrittlichen Lehrer Aeskulapius , den stockkonservativen Schulleiter Odo , den strengen Abt Rabanus , den unfähigen Arzt Ennodius und einen verführten Feuerteufel. Auch im Kinderstück „Die kleine Hexe“ schlüpft er in mehrere Rollen, ist mal der „billige Jakob“, mal Simons Vater und mal Kräuterhexe.

Bei seinem ersten Engagement in Bad Vilbel 2012 spielte er in der Komödie „Arsen und Spitzenhäubchen“ den Teddy , der des öfteren mit den Ruf „Attacke“ zum Panama-Kanal aufbrach. In der gleichen Saison verkörperte er in „Des Teufels General “ den Nazi Dr. Schmidt-Lausitz. Als „Robert der Teufel “ war er 2014 bei „Pünktchen und Anton “ als Krimineller dabei sowie als „Zylindermann“ in „Die Drei von der Tankstelle“.

Andreas Krämer ist jedoch auch in der Theaterpädagogik aktiv, konzipiert Projekte und führt diese auch durch in Schulen mit Kindern und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf (Verhaltensauffälligkeiten und Lernbehinderungen), in Heimen mit alten und pflegebedürftigen Menschen, und in Gefängnissen. Weiter ist er als Sprecher und Musiker in der Sparte Hörspiel tätig.

Der ARD-Tatort „Schutzlos“, der am 5. Juli gesendet wird, spielt im schweizerischen Luzern. Die Kommissare Reto Flückiger (Stefan Gubser ) und Liz Ritschard (Delia Mayer ) versuchen den Tod eines erstochenen Jugendlichen aufzuklären, der als ein sogenannter UMA – ein unbegleiteter minderjähriger Asylsuchender – aus Nigeria in die Schweiz gekommen war. Als Drogenfahnder Franz Hofstetter ist Andreas Krämer mit im Spiel.

.©Frankfurter Neue Presse



Formen der Verlorenheit
Zu den Bilden von Andreas Krämer
von Boris Pfeiffer

Einsam ist der Mensch in einer kosmischen Farbenwelt, grau, ohne Gesicht und auch nahezu ohne Berührung. Kaum, dass sich Farbe in Krämers Gestalten stiehlt – in den Gesichtern findet sie sich selten, in den Gestalten vereinzelt. Selten treffen die Gestalten auch aufeinander, ganz selten kommt es zu Berührung. Farbe und Berührung finden in Krämers Bildern nur um die Menschen drumherum statt.
Abgeschnitten von der Pracht des Lebens zeigt uns der Maler Andreas Krämer seine Menschenwelt, auch wenn diese auf den ersten Blick betörend schön zu sein scheint, fast rauschartig schön – doch ist sie in Wirklichkeit bis in die formale Kälte geformt. Das sind keine Bilder von Zusammenspiel, das sind Bilder eines einsamen Weltenspiels, das der Mensch in den Bildern wie auch der Betrachter davor immer nur einsam betrachten kann.
Es sind schmerzvolle Bilder in all ihrer Farbigkeit und akkuraten Formensprache, bewohnt von gestaltlosen Menschen  – und wenn Gesichter durchscheinen, dann wird der Schmerz bis ins Ungelenke fortgeführt: Eine Frau umarmt einen Mann und er erstarrt. In der Brust eines Mannes taucht ein Frauengesicht auf, und wo sie sich in schizophrene Farbzüge teilt, verwest die Männergestalt zu schwarzer Fadenscheinigkeit.
Andere Gestalten erstarren in Maskenhaftigkeit, ja, werden Masken … Masken und Kämpfer, oft in einem Bühnenraum, der immer stärker ist als seine Gestalten, nie aus den Spielern heraus gestaltet erscheint, sondern immer diese befehlend, ja einengend, sie beherrschend.
Der Mensch beherrscht vom Außen …? Beherrscht von der eigenen Unzulänglichkeit? Beherrscht von was? Von Farben und Formen, die sich zumindest nicht in den menschlichen Gestalten wiederfinden, oder wenn selten doch, dann als eher mechanistische Abbilder.
Krämers Bilder wirken, als stünden sich Mikro- und Makrokosmos einsam gegenüber und als wäre der Mensch in seinem Universum nicht mehr als ein Schauspieler auf einer ihm fremden Bühne, die mit Leben und Gefühl zu erfüllen ihm nur selten gegeben ist.
Selten aber tritt auch einmal etwas Träumerisches hinzu: Eine lächelnde Mikrobe, ein entspanntes, schlafendes Gesicht, ein nur in Strichen bestehendes freundliches Wesen.
Einige seiner neuesten Werke, Kreidebilder auf einer Wandtafel, sind dann aber mitunter auch vom Menschen befreit. Hier nun erwachen Farben und Formen ohne einsame Einzelwesen und Ensembles zu eigenem Leben und werden bewegter.
 
©Boris Pfeiffer, Berlin



GELBER MOND – von David Greig
Theater Bremen – MOKS 23.2.2013 Premiere

billy, frank, erzähler, musiker – andreas krämer
lee – philipp michael börner
leila – anna lena doll
erzählerin, holly malone – lisa marie fix
regie – konradin kunze

ausstattung – léa dietrich
musik – octavia crummenerl
video – jürgen salzmann
licht – jörg hartenstein
dramaturgie – rebecca hohmann

Pressestimmen:

.“in der jüngsten moks-inszenierung bekommt jeder zuschauer seine eigene tonübertragung geliefert. so kann die tragische geschichte (...) in flüsterleiser eindringlichkeit verfolgt werden. genau richtig für jene theatermuffel, denen ansonsten eine forciert laute bühnensprache etwas unnatürlich erscheint. in konradin kunzes inszenierung geistern die stimmen wie in einem hörspiel direkt in den köpfen der zuhörer herum – doch zu sehen gibt es auch interessantes: videoprojektionen von jürgen salzmann laufen auf zwei schieferplatten und übersetzen das wild-west-ambiente in kunstvolle bewegtbilder. in diesem multimedialen rundum-theater wird überall agiert, mit scheinwerfern hantiert. manchmal krabbeln die akteure sogar auf leitern die wände hinauf, oder sie singen seelenvolle folk-balladen. (...) man erkennt bei all dem mühelos jene wenig niedlichen konfliktmuster, die auch abseits vom faustrecht der prärie zum tragen kommen. vor allem gefällt die inszenierung aber durch das flinke wechselspiel, mit dem sämtliche mittel miteinander verschachtelt werden. sehr sehens- und hörenswert!”
weser kurier

“hingehen, staunen und berührt sein. ein großes stück im kleinen theater. mit ganz wenig mitteln kreieren die vier akteure große welten. besonderer coup: die kopfhörer, über die das publikum scheinbar die gedanken von lee und leila hören kann. konradin kunzes gelungener mix aus drama, liebesgeschichte und roadmovie berührt von anfang bis ende. ein wundervolles stück (jugend)theater! viel applaus. wirklich sehenswert.”
bild...




St.Gallen
Immer, wenn das Licht angeht

Tagblatt Online, 18. Januar 2013


«Das ist eine Elbsegler-Mütze»: Andreas Krämer zieht mit seinen Zuhörern versoffen durch nächtliche Hafenkneipen.

Bleibt man auf Distanz oder gibt man sich dem Herzschmerz hin? Andreas Krämer lässt dem Zuschauer die Wahl. Der Bühnenmusiker vertont auf lustige Art das Schweizer Telefonbuch, singt aber vor allem tieftraurige Liebeslieder.

ROGER BERHALTER


«Wenn's Ihnen nicht gefallen hat, dann empfehlen Sie's Ihrem ärgsten Feind», sagt Andreas Krämer zum Abschied. «Aber bitte empfehlen Sie's weiter!» Diesem Aufruf folgen wir hiermit gern. Denn Andreas Krämer hat mehr Publikum verdient, als am Mittwochabend in die Kellerbühne gekommen ist. Virtuos spielt der gebürtige Basler mehrere Instrumente – manchmal auch gleichzeitig – und singt dazu in präzisem Bühnendeutsch. Da stimmt jede Nuance, jeder Satz, jeder Gesichtsausdruck. Beeindruckend, mit welcher Präsenz der Musiker die Bühne beherrscht. Mit Klavier, Akkordeon, Ukulele und zwei Gebläseorgeln aus den 1950ern nimmt er die Zuhörer mit auf eine musikalische Reise durch die Nacht. Der Alltag kann warten, «Komm morgen wieder, Wirklichkeit» heisst das neue Soloprogramm.

Gutgeschulte Stimme

Schon nach wenigen Liedzeilen hängt man dem 49-Jährigen an den Lippen. Dieses gurrende R, dieser sonore Klang, und jede Silbe ist glasklar und auch ohne Mikrofon verständlich. Krämer schauspielert schon seit 1986 für Film und Theater und wird auch gerne als Radio- und Hörbuchsprecher gebucht. Mit seiner Stimme könnte er auch nur das Telefonbuch vorlesen, man würde ihm trotzdem zuhören.
Und tatsächlich greift er in seinem neuen Programm ins Telefonbuch und pickt sich ein paar Sätze aus dem Vorwort heraus. Er fügt sie meisterlich zu einem Medley in vier Landessprachen zusammen: Zuerst singt er deutsch zu Richard-Wagner-Harmonien, dann französisch-überbordend in Moll mit schnarrender Chansonstimme, dann italienisch-verspielt wie ein Schnulzensänger und zum Schluss rätoromanisch mit Muhen und Kuhglocken. All das packt Krämer in eine vierminütige Nummer, und die Lacher sind ihm sicher.

Ein Leben ohne Cordula


Der Abend ist aber nur stellenweise lustig und über weite Strecken tieftraurig und berührend. «Todtraurige Liebeslieder» kündet Krämer schon am Anfang an. Lieder, die «so richtig in den Keller gehen». Lieder von früher, mit denen er Frauen verherrlichte, deren Namen er heute gar nicht mehr weiss. «Ich dachte immer, ein Leben ohne dich hätte keinen Sinn», singt Krämer. Im Wissen, dass es heute auch ein Leben ohne Cordula gibt. Oder war es Sibylle? Der 49-Jährige schwärmt in seinen Chansons liebestrunken, blickt sehnsüchtig aus seinen blau-grünen «Gletscheraugen», wie er sie selbst nennt, oder setzt die Seglermütze auf, nimmt das Akkordeon zur Hand und zieht mit den Zuhörern versoffen durch die nächtlichen Hafenkneipen: «Wir sitzen da, wir trinken still, wir greifen nach dem Leben.»
Ein Abend mit Krämer ist Poesie, ist Lachen und Weinen, Glückseligkeit und Herzschmerz, Oberfläche und Tiefgang. Der 49-Jährige wechselt rasant und routiniert zwischen Gesungenem und Gesprochenem und schafft dabei auch die krassesten Übergänge: Von der deprimierenden Schriftstellerei zum heiteren Schlagertext, von der poetischen Liebeserklärung («Hab nur dich als Stern mitsamt dem All geschaut») zur Wasserpistole, die er gegen Tauben einsetzt.

Dem Zuschauer bleibt die Wahl

Krämer erschafft (zusammen mit seinem Mit-Texter Boris Pfeiffer) starke Bilder und findet auch für Kompliziertes einfache Worte. «Ich beschwöre das kleine Kino im Kopf eines jeden Zuschauers herauf, will unter die Haut, zur Seele hin», sagt er selber über sein neues Programm.
Doch er zwingt dem Publikum nichts auf und warnt es jeweils mit Anknipsen einer roten Herzlampe, wenn es allzu sehr um Liebe und Sehnsucht geht. «Immer wenn die Lampe angeht, müssen Sie sich entscheiden.» Hört man aus ironischer Distanz zu oder gibt man sich dem persönlichem Herzschmerz hin? Es sei hiermit empfohlen, zumindest einmal an diesem Abend das Türchen zur Seele zu öffnen.

Tagblatt Online
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Theaterworkshop - Burgfestspiele Bad Vilbel
Schauspielunterricht für den Nachwuchs
Frankfurter Neue Presse 22.08.2012


Kinder lernen eine Woche lang von den Profis der Burgfestspiele – und erfahren, wie anstrengend der Beruf ist
Wie oft hört man bei Kindern den Berufswunsch Schauspieler? Nur wenige wissen aber, was alles eigentlich dahinter steckt. Passend zu den Burgfestspielen gab es deswegen dazu letzte Woche einen Theaterworkshop, der zum Schnuppern einlud.

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Frankfurter Neue Presse
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Theaterworkshop - Burgfestspiele Bad Vilbel
Theaterworkshop für Jugendliche - Neues Angebot der Burgfestspiele für Elf- bis 14-Jährige
Bad Vilbeler Anzeiger 21.06.2012


„Die Burgfestspiele öffnen eine neue Tür“, zeigte sich Schauspieler Andreas Krämer erfreut über das erstmalige Angebot, einen Theater-Workshop für elf- bis 14-jährige Jungendliche ins Programm zu nehmen. Er habe keine Sekunde auf die Anfrage gezögert, im Leitungsteam mitzumachen, zumal er einschlägige Erfahrungen in der Theaterarbeit mit Jugendlichen wie auch mit erwachsenen Laien hat. .
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Bad Vilbeler Anzeiger

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Soloprogramm – KOMM MORGEN WIEDER, WIRKLICHKEIT
Schöner Lügen: „Urknall“ beim Chansonfest im Heidelberger Kulturfenster
Mannheimer Morgen 22. März 2011

Witziges und Verzweifeltes
KOMM MORGEN WIEDER, WIRKLICHKEIT
Michael Roßner
Dramatiker und Multiinstrumentalist Andreas Krämer
Für ...Die Stärken des in Bremen lebenden Schauspielers Krämer liegen in der Instrumentenbeherrschung – er ist ein virtuoser Pianist und arrangiert phantasievoll weitere Lautlieferanten dazu. Krämer liefert einen urkomischen Beitrag, indem er einen nüchternen Text aus dem Schweizer Telefonbuch in drei Sprachen übersetzt – mit theatralischen Gesten im Italienischen und Französischen....


Soloprogramm – KOMM MORGEN WIEDER, WIRKLICHKEIT
Etwas vom Beglückendsten, was an diesem Wochenende in Zürich zu erleben ist.
Von Charles Linsmayer

Das neue Soloprogramm von und mit Andreas Krämer im SOGAR theater zürich

Liebe Freundinnen und Freunde der Literatur, des Theaters, der schönen Künste, ich möchte Sie auf einen Solo-Theater-Abend aufmerksam machen, den Sie nicht verpassen dürfen.
Der in Deutschland lebende und arbeitende Schweizer Schauspieler Andreas Krämer, den manche von Ihnen vielleicht noch mit seinem wunderbaren Programm «Für die Katz. Ein erfundener Tag im Le- ben des Schriftstellers Robert Walser» von 2004 in Erinnerung ha- ben dürften, tritt unter dem Titel Komm morgen wieder, Wirklich- keit mit einem knapp zweistündigen Programm auf, das an schau- spielerischer und musikalischer Virtuosität verblüfft und mit dem, was er im Publikum auslöst, berührend, erheiternd, befreiend, ja be- glückend ist.
Krämer hat etwas zwischen einem Clown, einem liebenswürdigen Causeur und einem ganz normalen, vielleicht etwas hypersensiblen Zeitgenossen, und was er vorträgt, sind Texte und Lieder, die er selber geschrieben hat und die alle etwas mit seinem Leben und seinen Erfahrungen als Schauspieler zu tun haben.
Im Mittelpunkt stehen aber immer wieder traurige Liebeslieder, die Krämer ohne Larmoyanz, aber auch ohne Scheu vor Gefühlen – wenn es gefühlvoll wird, leuchtet über dem Klavier jedesmal ein großes rotes Plastikherz auf! - vorträgt. Es sind gescheiterte Bezie- hungen zumeist, die aber noch irgendetwas Erinnerungswertes zu- rückgelassen haben und mit denen Krämer auf wunderbar traurige und stimmungsvolle Weise das Glück, die Gefährdetheit und die Vergänglichkeit von Liebe überhaupt fassbar macht.

Großartig ist Krämer aber auch in Sachen Satire, Parodie und Ver- ballhornung. Etwa wenn er eine Passage aus dem Schweizer Tele- fonbuch in allen vier Landessprachen – und dem entsprechenden musikalischen Ambiente – vorträgt, oder wenn er unter Zuhilfenah- me aller Musikstile von Wagner über Beethoven bis zum Jazz vor- führt, wie deutsche Schlagertexte entstehen. Oder wenn er, beglei- tet auf der Ukulele, auf Baaselditsch das allererste Liebeslied vor- trägt, das er als 14jähriger durch die Blume einem gewissen Margritli gewidmet hat.
Das Eindrücklichste an Krämers Performance sind vielleicht nicht die Texte als solche, sondern ihre musikalische Umsetzung. Krämer ist ein wundervoller Pianist, der aus dem alten Klavier des sogar- Theaters – das er mit allerlei Vorrichtungen verschraubt hat – Hinreissendes in allen möglichen Genres hervorzaubert. Aber er spielt je nach Stimmung und Bedarf auch ebenso gekonnt auf dem Hammond-Orgel-artigen «Harmophon», einer Handorgel, einer Tomatenkonservendosenkalimba, einer Ukulele oder auf je zwei dieser Instrumenten gleichzeitig.
«Komm morgen wieder, Wirklichkeit» heißt das Programm, und Krämer will damit sagen, dass er, bevor am andern Tag das wirkli- che, reale Leben wieder beginnt, seine Zuhörerinnen und Zuhörer einen kurzen Abend lang in eine Welt entführt, in der wir mit Weh- mut und Lachen, Nachdenklichkeit und Gelöstheit, Melancholie und Schmunzeln über die kleinen, scheinbar unbedeutenden Neben- sächlichkeiten des Lebens nachdenken, um – aber das sagt er nicht, das werden sie selber merken – zu erkennen, dass sie vielleicht das Eigentliche sind.
Andreas Krämer tritt noch zweimal auf: heute Samstag, 2.Juni 2012, abends um 20.30 und morgen Sonntag nachmittag um 17 Uhr. Ge- hen Sie hin, gönnen Sie sich das Vergnügen, Sie verpassen sonst etwas vom Beglückendsten, was an diesem Wochenende in Zürich zu erleben ist.

Charles Linsmayer


Gesimst und getwittert:

T. empfahl S. " Komm morgen wieder, Wirklichkeit" im sogar theater
Zürich via Twitter. S. simste an T. zurück : "Lieber T., ich habe gerade einen zauberhaften, tief berührenden Theaterabend erlebt. Hab herzlichen Dank für die Anregung. Was für ein großartiger Schauspieler. Er hat mich die ganze Zeit irgend- wie an Brecht erinnert, physiognomisch, aber auch in Artikulation und Diktion. Klingt wirr, aber ich bin auch noch verwirrt Sei umarmt, S. "



Soloprogramm – KOMM MORGEN WIEDER, WIRKLICHKEIT
Andreas Krämer gastierte im Kito

WESER KURIER 07.04.2012


Eine faszinierende Mischung
Von Alexander Bösch
Vegesack. Auf dem schwarzen Flügel leuchten abwechselnd ein Taxi-Schild und eine kitschig-rote Lampe auf. Im Wechsel soll damit "der Herzschmerz, das Sentiment" in den Vordergrund treten oder die geschäftige Welt aus der Perspektive eines Taxifahrers beleuchtet werden. Der Schauspieler und Bühnenmusiker Andreas Krämer überraschte im Kito mit einer ungewohnten Mischung aus skurrilen Alltagsbeobachtungen und melancholischen Chansons. "Komm morgen wieder, Wirklichkeit" heißt das Programm des gebürtigen Schweizers, der mit seinem eigenwilligen Soloprogramm das Publikum in seinen Bann zog.

Da sind zum einen die elegischen Chansons, die das Publikum in die unwirkliche Stunde zwischen Dämmerung und frühem Morgen mitnehmen. "Es gibt Dinge, die vergessen wir nicht, die hinterlassen Narben, von denen träumen wir tief in den Vormittag hinein", kündigt der Baseler an, der unter Peter Zadek im Hamburger Schauspielhaus Erfolge feierte und von 2005- 2007 unter Klaus Pierwoß zum Ensemble des Bremer Theaters gehörte.

"Ohne Heimat kein Heimweh, ohne Sehnsucht kein Sehnen, es gibt kein Entrinnen": Schonungslos erzählt Andreas Krämer am Piano, Akkordeon oder an einem nostalgischen Harmophon aus den 50er Jahren von den Kränkungen des Lebens. Er streift die Qualen der Pubertät, in der der junge Krämer sich im Spiegel betrachtend selbst verleugnete. Er erzählt von der Verflossenen, die vorschlägt, Freunde bleiben zu können, von der Sehnsucht nach Liebe und Halt bei regnerischen Spaziergängen an der Elbe und der morgendlichen Tristesse."
Doch der 48-jährige hat ebenso Sinn für groteske Gedankenspiele und absurde Phantastereien. Da wird der deutsche Schlager in seine archetypischen Bestandteile zerlegt, werden Schweizer Sennerrufe imitiert und der Beweis angetreten, dass sich die deutsche Nationalhymne zumindest rein metrisch prächtig mit dem "Auferstanden aus Ruinen" der ehemaligen DDR austauschen lässt. Die mehrsprachige Ankündigung eines Schweizer Telefonbuchs über die Fortschritte der Telekommunikation animiert den Theaterpädagogen, selbige nacheinander auf Französisch im schnarrenden Charles Aznavour-Stil, auf Italienisch mit dem charakteristischen Timbre von Eros Ramazotti und in Rätoromanisch zu intonieren.

Der Exilschweizer bot im Kito statt massentauglichen Konsenskabaretts eher ein Kuriositätenkabarett der leisen Töne, wusste mit seinen anrührenden Chansons und versponnenen Gedankensprüngen aber durchaus zu faszinieren.

WESER KURIER

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Soloprogramm – KOMM MORGEN WIEDER, WIRKLICHKEIT
Schöner Lügen: „Urknall“ beim Chansonfest im Heidelberger Kulturfenster
Mannheimer Morgen 22. März 2011

Witziges und Verzweifeltes
KOMM MORGEN WIEDER, WIRKLICHKEIT
Michael Roßner
Dramatiker und Multiinstrumentalist Andreas Krämer
Für ...Die Stärken des in Bremen lebenden Schauspielers Krämer liegen in der Instrumentenbeherrschung – er ist ein virtuoser Pianist und arrangiert phantasievoll weitere Lautlieferanten dazu. Krämer liefert einen urkomischen Beitrag, indem er einen nüchternen Text aus dem Schweizer Telefonbuch in drei Sprachen übersetzt – mit theatralischen Gesten im Italienischen und Französischen....



GESCHLOSSENE GEDANKEN - HÖRSPIEL AUS DEM KNAST
Aus dem Gästebuch von Radio Bremen:

Rosvita Krausz schrieb am 29. November 2010 um 13:34 Uhr:

Zerstörung durch leere Zeit klanglich darzustellen ist keine leichte Aufgabe. Wie läßt sich Öde vertonen? Wie das gedanklich auf der Stelle treten. Das Vermeiden der Schuldfrage. Das Selbstmitleid. Christiane Ohaus nahm eine Zelle als Orchester: Heizung, Feuerzeug, Tropfen, Pfeifen, Gitterstäbe. Und immer wieder Schließgeräusche. Mal von fern, mal als vielstimmiger Albtraum. Bei offenem Fenster unheilvolle Vogelstimmen, selten Menschen von fern. 
Unheimliche Klangwelt für einen virtuellen Monolog. Thema, die Unfähigkeit zu trauern. Grandios recherchiert und gesprochen von Andreas Krämer. Gedankenkreise aus vielen Köpfen und einem Mund. Besser kann man Destruktivität und Sinnlosigkeit von Gefängnis nicht hörbar machen. Danke für dieses Kunstwerk sagt Rosvita Krausz.


"Krämer hat eine Brücke geschlagen von "drinnen nach draussen " - und dies ist selten aber so brennend notwendig."


"Kino für die Ohren
ich habe mir am freitag das hörspiel aus dem knast angehört und bin sehr beeindruckt. das war für mich wirklich kino für die ohren, herz und kopf! eine echt tolle arbeit, das hörspiel hatte einen langen nachhall in form von inneren bildern und stiller nachdenklichkeit."


"War am freitag per live stream im internet dabei! hut ab! beeinduckend! "


"Hier in Norwegen im Netz gehört. bin tief beeindruckt!"


"Das ist eine geniale Idee!"


Hinweis:
Die Rezensionen von Theaterproduktionen des Bremer Theaters entnehmen Sie bitte: www.bremertheater.com


Für die Katz – Ein erfundener Tag im Leben des Schriftstellers Robert Walser
© Neue Zürcher Zeitung; 28.12.2005
Fernsehen
Am Radio

Ein erfundener Tag in Robert Walsers Leben

Für die vom Zürcher Sogar-Theater koproduzierte und uraufgeführte Walser-Collage «Für die Katz» (2003) hat sich der Berliner Autor und Regisseur Boris Pfeiffer an Textfragmente gehalten, die insbesondere der musikalischen Struktur von Walsers Rollenprosa Nachdruck verschaffen soll(t)en. In dieser Absicht gebündelte Ausschnitte aus den Mikrogrammen («Aus dem Bleistiftgebiet») der Berner Jahre, den Romanen «Geschwister Tanner» und «Jakob von Gunten» aus der Berliner Zeit sowie diversen Betrachtungen, Briefen und Feuilletons wusste Pfeiffer in Zusammenarbeit mit dem auch für Musik und Klang zuständigen Schauspieler Andreas Krämer zu einem nun auch hörspieltauglichen Monolog zu verdichten, dessen Programm der sinnige Untertitel verheisst: «Ein erfundener Tag im Leben des Schriftstellers Robert Walser».


Erne R.

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"Für die Katz" im Brauhauskeller
Der diskrete Charme der Melancholie

Es gibt Sätze, die man wie Handschuhe tragen möchte, um sich an ihnen zu wärmen. Sätze wie: "Oft wird die Katz' missverstanden; man rümpft die Nase über sie, indem man hochmütig sagt: ,Es ist für die Katz', als wären nicht alle Menschen von jeher für sie tätig gewesen". Es ist eine traurige Lakonie in ihnen, wie man sie vielleicht erwirbt, wenn man klug ist und kurz vor dem Verschwinden in die Psychiatrie steht. Wie der Schweizer Schriftsteller Robert Walser, dem der Schauspieler und Musiker Andreas Krämer unter der Regie von Boris Pfeiffer einen Abend gewidmet hat. Eigentlich einen Tag, einen "erfundenen Tag im Leben des Schriftstellers Robert Walser". Der steht plötzlich auf der kleinen Bühne des Brauhauskellers, in Tuchhose und Bergschuhen und sagt: "Ich nahm mir vor, mich ein bisschen zu verspäten. Nicht wahr, man erwartet einen dann. Man sorgt sich: wo bleibt er?" Andreas Krämer sagt es mit diesen lang gezogenen Vokalen, die so vorsichtig sind wie die Blicke, die er ins Publikum wirft. Es ist ein erschrockener Mann, der diese Sätze sagt, die so schlicht daherkommen und so genau treffen und es ist nicht genug zu rühmen, sie auf die Bühne zu bringen. Und zwar so, dass sie nicht hinter der Inszenierung verschwinden, sondern zwischen Alphorn- und Klavierspiel um so klarer auftauchen und wie ein kleines Kammerspiel Einblick in dieses Leben für die Katz' geben.

Friederike Gräff


BNN 10. 05. 2005
von Michael Stolle

Ein Tag mit dem Kafka der Schweiz
Gastspiel der Robert-Walser-Performance «Für die Katz» in der „Insel" - Staatstheater Karlsruhe / Mai 05

Herisau ist das Wiesloch der Schweiz. Dort verbrachte Robert Walser, der Kafka der Schweiz, seine letzten gut 25 Lebensjahre: zwischen 1929 und 1956. Dabei war er kein Verrückter, eher ein Verschrobener. Ein Verlorener. Einer, der wusste, dass er sich verlieren musste, um sich zu finden.

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BAZ 29.1.2005

Messer, die die Füsse kitzeln
Andreas Krämer mit «Für die Katz» im Theater Teufelhof

Herb und gut: «Ein erfundener Tag im Leben des Schriftstellers Robert Walser.» War er ganz langsam verschwunden und im Schnee still erloschen, so wie seine Schrift immer kleiner wurde, bis sie fast eins mit der Struktur des Papiers wurde? Oder war da nicht doch immer wieder dieses aufmüpfige Spiel mit dem Hier und Jetzt und dem Dort und Danach? «Ich nahm mir vor, mich ein bisschen zu verspäten.

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BASLERSTAB

Andreas Krämer - Heimspiel mit Walser

Der Schauspieler und Musiker tritt diese Woche in seiner Heimatstadt auf.
Morgens in Karlsruhe bei den Proben zu «Wilhelm Tell», am Abend mit einem Einmann-Stück über den Schriftsteller Robert Walser auf der Teufelhof-Bühne in Basel: Andreas Krämer hat es zurzeit streng. Doch als freischaffender Schauspieler muss der gebürtige Basler flexibel sein.

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GENERAL-ANZEIGER ONLINE BONN

Wortspiele aus dem Bleistiftgebiet

Schauspieler Andreas Krämer gastiert mit seiner witzigen Performance "Für die Katz. Ein erfundener Tag im Leben des Schriftstellers Robert Walser" im Beueler Lampenlager

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NZZ 24.10.03

Die Walsermaschine
Robert Walser macht sich mausig – gar nicht «Für die Katz»
Seine dachstubige Verlassenheit teilt er mit einem Klavier, dem er die Brust geöffnet hat. Bis ins Innerste des Klangkörpers horchen will er, und eigene Töne finden, seine Antwort auf die Meisterwerke der Kunst oder die Taten, die über das Summen, Brummen, Sausen, Brausen desTages hinausragen.

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ZÜRI TIP

«Für die Katz»: Ein Robert-Walser-Abend
Verkannter Dichter, über zwanzig Jahre im Irrenhaus, einsam im Schnee verstorben. Im sogar theater kommt der Schriftsteller Robert Walser zu Wort. Pur und mit Klängen.

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DER BUND 24.10.03

Nachdenken mit Robert Walser
Im Zürcher Sogar-Theater spielt Andreas Krämer «Für die Katz» nach Texten von Robert Walser

Es sind kürzere und längere Passagen aus Walsers Gesamtwerk, die Andreas Krämer unter der Regie von Boris Pfeiffer zu einer Wort-Ton-Collage zusammenfügt. Nicht nach dem bunten Perlenspiel des Zufalls, sondern nach einem Prinzip, das Walser als Figur ins Zentrum stellt, seinen Sätzen aber gleichwohl eine nach allen Seiten offene Assoziationsfähigkeit lässt.

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TAGESANZEIGER 17.10.03

Seines eigenen Glückes Schmied
Der Schauspieler Andreas Krämer tanzt auf tausend Hochzeiten ohne dabei aus dem Takt zu fallen. Porträt eines geradlinigen Künstlers mit vielen Seiten.

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DEUTSCHLAND RADIO 23.10.03, Kultur Heute

"Für die Katz" - ein Theaterstück über den Alltag Robert Walsers. (Foto: BASF)"Für die Katz. Ein erfundener Tag im Leben des Schriftstellers Robert Walser" heißt das Arrangement, das derzeit im SOGAR-Theater in Zürich gezeigt wird. Dort wird nicht nur gespielt, sondern auch gekocht.

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Café Krematorium
DIE WELT

Café Krematorium Berlin
"Ein Tempel der Duldung und der Freiheit" nennt der der Städtische Heiztechniker H. Renninger nicht ohne Stolz und Ehrfurcht seinen Arbeitgeber: das Zürcher Krematorium. Nebenan betreibt Alleinunterhalter Andreas Krämer sein "Café Krematorium", eine urige Plauderstube für Hinterbliebene.

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DER BUND

«Glanzvolles «Theater von unten»
BÜHNE / Im Zürcher Schiffbau brachte Andreas Krämer, Ensemble-Mitglied des Schauspielhauses, die literarisch-musikalische Collage «Café Krematorium» zur Uraufführung.

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BASLER ZEITUNG

Café Krematorium» im Unternehmen Mitte
Leben um die Toten
Er hockt auf dem Klavier und prahlt mit der neuen Technik einer reinigenden Glut und dem, was da hinausdriftet in die freie Atmosphäre. Man ist plötzlich ganz unangenehm an das erinnert, was die Nazis in den Konzentrationslagern praktizierten. Doch nein, es ist ganz anders, viel harmloser: Der Schauspieler Andreas Krämer und sein Regisseur Boris Pfeiffer haben uns mit der Rahmenhandlung - der Text stammt aus einem Band über die Entstehung des Zürcher Krematoriums aus dem Jahr 1915 - einfach einmal gehörig durchschütteln wollen.

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20 MINUTEN

Theater über Stadtkreis 5
ZÜRICH - Der Kreis 5 entwickelt sich zur trendigen Boomtown: Eine Theaterproduktion des Schauspielhauses und des Sogar- Theaters erinnert an den früheren Alltag der Industriequartierbewohner. Eine Tote wird kremiert, und im Café Krematorium - so der Titel der Inszenierung - treffen sich die Hinterbliebenen. «Hier besinnen sie sich traurig und heiter, verschroben und poetisch des gemeinsamen Lebens im Kreis 5», erklärt Regisseur Boris Pfeiffer. Der Schauspieler Andreas Krämer verkörpert im 70-minütigen Einpersonenstück gleich acht verschiedene Personen. «Wir haben einige Lebensgeschichten dieser Bewohner fiktiv miteinander verwoben und samt Lieder in Szene gesetzt», so Krämer. Die Premiere findet am Freitag im Schiffbau statt.

Markus Fleischli


TAGES ANZEIGER

Totenbeinli knabbern bei Looslis
Im "Café Krematorium" wird das Leben und Sterben im zürcherischen Stadtkreis 5 liebevoll unter die Lupe genommen.

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